Friedrich Fröbel - Spielpflege

Friedrich Fröbel - Spielpflege

Spiel mit der 1. Gabe: der Ball

Spiel mit der 6. Gabe 

Spielen mit Legetäfelchen

 

Gärten der Kinder

 

 

Eine besonders bedeutsame „Entdeckung“ Fröbels ist das frei gestaltete, selbsttätige Spiel (intrinsische Motivation!) als Selbstbildung und Weltbilderwerb kleiner Kinder von Geburt an, Spielpflege ist gleichzeitig Bildungs- und Erziehungsmethode. Sie geht später nur partiell in Schulunterricht über. Der Mensch ist‚“homo ludens“ bis hinein in die Berufswelt.

Spiel ist - auch nach Erkenntnissen heutiger Erziehungswissenschaft -wirksamste Selbstbildung kleiner Kinder vor allem,  wenn es durch Erziehung im Rahmen sog. “Spielpflege“ von (aus-) gebildeten Erwachsenen ermöglicht und begleitet wird. Dies kann sowohl in der Familie, als auch in Kindertageseinrichtungen im Sinne des Fröbelschen „Kindergartens“ geschehen.

Medien der Spielpflege sind vor allem das Spielgaben- und Spielmittelsystem Fröbels -einschließlich seiner "Mutter-Spiel- und Koselieder"  in aktualisierter Form - mit seinen Erkenntnis- Schönheits- und Lebensformen, das Leben in und mit der Natur und die Gartenpflege in den "Gärten der Kinder":

"Spiel ist die höchste Stufe der Kindesentwicklung, der Menschenentwicklung dieser Zeit; denn es ist freitätige Darstellung des Innern ... es ist nicht Spielerei; es hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung; pflege, nähre es Mutter, schütze, behüte es Vater!" so F. Fröbel in "Die Menschenerziehung" 1826

Die Einsicht, dass Bildung nicht von Außen her verordnet werden kann, sondern in relativer Freiheit und Eigenverantwortung von klein an sich entwickelt, hatte schon Fröbel.

Der Bildungsprozess geschieht nach Fröbel in einem vom Kind gesteuerten und vom Erziehenden begleiteten und unterstützten Wechselwirkungprozess von „Inneres äußern“ und „Äußeres“ verinnerlichen.

So empfiehlt sich für die heutige erzieherische Praxis für die Zeit vor der Schule Fröbels Spielpädagogik erneut.

Leider wurde sein pädagogischer Ansatz in Deutschland als erzieherisches Gesamtkonzept seit dem 3. Reich bis heute weitgehend vernachlässigt. Nur in wenigen Bildungsplänen wird er berücksichtigt. Das „Lernen des Lernens“ in einzelne Bereiche zerstückelt, wird vielfach hervorgehoben. Dies führt zu einem Verlust der Ganzheitlichkeit von Lernen, behindert „Lebenseinigung“.

In den letzten Jahren zeigten sich vor allem in Sachsen, Thüringen und Bayern erfreuliche Neuansätze.

H.S-Zimmer