Friedrich Fröbel - Weltanschauung

Friedrich Fröbel - Weltanschauung

Die Bemühungen um eine Zuordnung Fröbels zu einer bestimmten Weltanschauung haben seit jeher zu unterschiedlichen Positionen geführt. Sie reichen von christlich, panentheistisch bis sozialistisch atheistisch usw.

Die 2. Gabe "Kugel - Walze - Würfel" kann wie keine andere Spielgabe wesentliche Aspekte auf dem philosophischen Hintergrund von Fröbels Erziehungslehre symbolisieren: „Entgegengesetztgleiches“ (Kugel und Würfel) wird „vermittelt“ (Walze, auch Kegel) und bildet eine Ganzheit. Sie stellt sowohl Mannigfaltigkeit( Würfel) wie absolute Einheit (Kugel) dar.
Ein zweijähriges Kind kann den Symbolcharakter zwar noch nicht erkennen, aber es „ahnt“ im „begreifenden“ Spiel das Exemplarische der „Spieldinge“ und ihre kategoriale Bedeutung.
In einem der letzten Briefe Fröbels an Frau von Marenholtz-Bülow hat Fröbel sein Weltverständnis noch einmal sinnbildlich dargestellt:

 

 

Die besondere Stellung der Menschheit und des einzelnen Menschen mit seiner Befähigung zur „Lebenseinigung“ auch als Einigung von Fühlen, Erkennen und Handeln, zeigt sich nach Fröbel als Vermittlungsaufgabe der Menschheit (vor allem durch Erkenntnis) zwischen Gott und Natur.          

Die zweite Gabe stellt auf überraschende Weise diesen Zusammenhang symbolisch dar:
Die Kugel als absolute, alles umfassende Einheit (All, Gott, x), als vollkommen Ganzes, das von jedem Punkt der Oberfläche gleichweit vom Zentrum entfernt ist umschließt und trägt in sich die Mannigfaltigkeit und Differenzierung des Würfels (Natur)
Die Menschheit in der Teilhabe an beidem (Walze, Kegel) vermittelt durch Ahnung und Erkenntnis das „Entgegengesetzgleiche“.

HSZ